highlands

August 2014: Der Sommer ist im Alpenraum weitgehend ausgeblieben, das Wetter ist schottisch. Was tut man in diesem Fall als gipfelhungriger Radlfahrer? Man schnappt seine Freundin und fährt in das Land, das dem regnerischen, nass-kalten Wetter seinen Namen verleiht.

Wir fliegen Edinburgh an und verbringen zunächst zwei Nächte in Schottlands sehenswerter Hauptstadt; Sightseeing steht am Programm. Den besten Überblick verschafft man sich am Arthur’s Seat. Die Gesteinsformationen des ehemals vulkanischen Haushügels von Edinburgh sind an sich schon sehenswert, der Ausblick auf die Stadt selbst ist aber auch nicht schlecht.

Am dritten Tag bekommen wir unser Mietauto, verstauen das Bike und machen uns auf den Weg in Richtung Norden. Ein kleiner Küstenort nahe Elgin ist unser Ziel. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase haben wir uns mit dem Linksverkehr arrangiert, die Schaltfehler werden seltener und der Blick zunehmend frei für die malerische Landschaft mit ihren Postkarten-Häusern.

Zunächst wollen wir die Cairngorms erkunden. Die zahlreichen Munros bilden das ideale Terrain für ausgedehnte Touren. Als Munro bezeichnen die Schotten Berge mit einer Höhe von knapp 1000 Metern (genau genommen 914,4 m bzw. 3000 ft). Wir starten eine Tour auf den höchsten Munro der Cairngorms, den Ben Macdhui. Mit seinen 1309 m Höhe galt er lange Zeit als höchste Erhebung Großbritanniens, ehe ihm nach genauerer Vermessung der Ben Nevis den Rang ablief. Nach der Degradierung zum zweithöchsten Gipfel gab es sogar Pläne, Steine aufzuschichten, um den Ben Macdhui wieder zum höchsten Berg zu machen. Umgesetzt wurden die Pläne nicht, aber zumindest angefangen hätten sie schon mal…

Durch den Cairngorms National Park verläuft auch der Fluss Spey, der namensgebend für die Speyside, die zentrale Whiskyregion Schottlands ist. Der Besuch einer der zahlreichen Destillerien lohnt sich in jedem Fall; vor allem, wenn man ein Whisky-Tasting mitmacht.

Unsere nächste längere Autofahrt führt uns auf die Insel Skye. Wir statten dem Old Man of Storr einen Besuch ab und freuen uns über die Sonnenstrahlen, die auf die stürmische Küste der Insel treffen.

Am Heimweg besuchen wir dann noch das Eilean Donan Castle. Aus meiner Sicht zu Recht eines der beliebtesten Fotomotive Schottlands.

Der Westen Schottlands hat es uns angetan und wir beschließen, über Ullapool Richtung Norden weiterzufahren. Die Westküste mit ihren fast Fjord-ähnlichen Einschnitten lässt uns aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Wirklich überwältigt bin ich, als ich bei Kaiserwetter am Gipfel des Stac Pollaidh stehe.

Sobald man in die Abfahrt startet, ist man gut beraten, den Blick von der atemberaubenden Kulisse wieder auf die nächsten paar Meter vor dem Vorderrad zu lenken; es geht gleich richtig zur Sache. Der Granit des Gipfelaufbaus bietet enorm viel Halt und sorgt für das notwendige Selbstvertrauen, um auch knifflige Stellen zu meistern.

Kaum zu glauben, aber auch in derart stufigem und verblocktem Gelände kann man eine Art „Flow-Zustand“ erreichen. Plötzlich sind Passagen fahrbar, die bergauf noch zu steil ausgesehen haben. Auch nachdem ich den felsigen Gipfelaufbau hinter mir gelassen habe, will noch die ein oder andere Felsstufe überwunden werden.

Das Tempo nimmt sukzessive zu und gegen Ende hin wird es sogar richtig flott.
Die Tour stellt sich als derart lohnenswert heraus, dass wir beschließen, sie am Folgetag ein zweites mal in Angriff zu nehmen. Beim ersten Gipfelsturm hatte der Fotorucksack mit der Spiegelreflexkamera noch verweigert, selbständig mitzukommen und ist lieber daheim geblieben. Dafür ist an diesem Tag ein kleines Video entstanden:

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