schwalbe bike alpinism

Erstbefahrung. Diese Bezeichnung klingt immer noch ein bisschen eigenartig im Zusammenhang mit dem Mountainbiken, obwohl sie sich immer mehr ins Standardvokabular vorarbeitet, wenn die Rede von Bikebergsteigen, Vertriden oder wie immer man das Radfahren in alpinem Gelände nennen mag, wenn man es überhaupt benennen mag, ist. Alle Bezeichnungen haben eines gemein: sie versuchen die abenteuerliche Kombination von hochalpinem Gelände und Radfahren aus eigener Kraft zu beschreiben. Man kann leicht süchtig werden nach dieser Art des Bergsports, immer auf der Suche nach höheren Bergen, steileren und immer technischeren Wegen oder eben einfach nach Gipfeln auf denen noch niemand mit einem Bike gestanden ist, nur um eine Erstbefahrung zu machen.

Im richtigen Bergsteigen waren Erstbesteigungen stets eine große Sache und ganz egal welchen Bergführer man aufschlägt, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass in den allgemeinen Informationen zum Berg auch dessen Erstbesteigung festgehalten ist. Im Bikebergsteigen ist das ein bisschen anders. Tausende Wanderer und Bergsteiger haben einen Gipfel bereits erfolgreich bezwungen, wenn du selbst den höchsten Punkt eines Berges mit dem Bike auf den Schultern erreichst; und selbst, wenn du noch von niemandem gehört hast, der den Berg mit dem Fahrrad bestiegen hat, kannst du dir nie sicher sein. Zumindest habe noch von keinem einzigen Gipfel gehört, dessen Erstbefahrung mit einem Mountainbike in einem Bergführer oder in der heutigen Zeit auch auf Wikipedia dokumentiert ist. Es gibt einfach so viele talentierte Fahrerinnen und Fahrer ebenso wie erfahrene Einheimische, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass irgendjemand, der verrückt genug ist, sein Bike schon geschultert und auf „deinen“ Berg getragen hat; vielleicht sogar schon Jahre bevor du überhaupt begonnen hast dich für den Bikesport zu interessieren.

Ungeachtet all dessen hat die Idee einer Erstbefahrung etwas Magisches und Faszinierendes; auch wenn man sich nicht sicher sein kann, tatsächlich eine Erstbefahrung zu unternehmen, so ist es zumindest die persönliche Erstbefahrung. Vielleicht hast du einen Gipfel oder einen vielversprechenden Grat auf einem Foto gesehen, oder eine rot gepunktete Linie in einer deiner Wanderkarten hat dein Interesse geweckt. Die Neugier hat dich gepackt und du fragst dich sofort: „Ist das fahrbar?“

Was folgt, ist zeitintensive Recherche. Du studierst die Höhenschichtlinien aller Wanderkarten der Region, siehst dir jedes Bild des Berges an, das du finden kannst und liest alle Einträge von Bergsteigern die du im Internet auftreiben kannst. Ist das geschehen, nimmst du dir einen Tag frei und eine lange Autofahrt auf dich, vielleicht hast du auch deinen Urlaub extra so geplant, um zu diesem Berg zu gelangen. Du stellst deinen Wecker noch früher als an einem Arbeitstag, fährst mit dem Bike bis in den Talschluss hinein, schulterst es und wanderst bergan, während dein Fahrrad mit jeder Stunde noch unerbittlicher auf deinen Schultern lastet. Vielleicht stellst du dir während dem Anstieg sogar die Frage nach der Sinnhaftigkeit und danach, ob man den Urlaub vielleicht auch anders verleben hätte können.

Aber schließlich hast du es geschafft und stehst am Gipfel eines Berges auf dem vielleicht noch kein anderer Biker gewesen ist, bereit in die Erstbefahrung zu starten. Die gravierenden Nachteile die man hat, wenn man als potenziell Erster einen Trail befährt, sind das Unwissen über die tatsächliche Machbarkeit und darüber, ob sich all der Aufwand schließlich lohnt. Doch auch das gehört zum Abenteuer wie ich und viele andere es so sehr lieben.

All diese Gedanken gingen mir durch den Kopf als ich letzten Sommer auf einem 3.200m hohen Gipfel irgendwo in Tirol stand. Vor mir lag eine der steilsten und am meisten ausgesetzten Abfahrten, die ich je gefahren bin und hinter mir die Möglichkeit von einigen hundert Metern freier Fall. Colin und ich sahen den Gipfel als wir unser eigentliches Ziel, einen Nebengipfel etwas weiter unten erreichten und waren ganz aus dem Häuschen als sich der Hauptgipfel mit dem markanten Grat vom Gipfel hinunter bis zu den Ausläufern eines Gletschers vor uns aufbaute. Wir mussten diesen Gipfel einfach erreichen. Der Abstieg von unserem ersten Gipfel und die Querung des Schneefeldes kostete Zeit, ehrlicherweise mehr als gedacht, aber wir haben es gepackt. Und schließlich war ich am Gipfel und auf meinem Bike, bereit in die Abfahrt zu starten. Langsam und vorsichtig öffnete ich die Bremsen…

Wenn man beispielsweise auf schiefrigem Gestein fährt, hat man meist endlosen Grip, teilweise sogar unabhängig von der Feuchtigkeit und die verrücktesten Linien werden plötzlich fahrbar. Doch nicht so in diesem Fall. Die Felsen waren nicht so griffig wie ich es gehofft hatte und die Ideallinie war von den Sohlen der unzähligen Wanderschuhe der Bergsteiger poliert worden und damit unangenehm rutschig.

Ich war froh, großvolumige Reifen mit der klebrigsten Gummimischung, die Schwalbe anbietet, montiert zu haben. Ich senkte auch den Luftdruck so weit als möglich ab, um die Kontaktfläche zwischen Reifen und Felsen zu maximieren. Neben der rutschigen Oberfläche der Felsen machte mir viel loses Gestein das Leben schwer. Das lose Gesteinsmaterial in allen Größen und Formen lenkte mein Fahrrad immer wieder in unvorhergesehene Richtungen und drohte mich aus der Balance zu bringen. Langsam und mit so viel Kontrolle wie es eben möglich war fuhr ich eine steile Sektion nach der anderen. Colin folgte mir oder eilte mir voraus, stets bewaffnet mit seiner Videokamera um das Geschehen einzufangen.

Endlich konnte ich den letzten Abschnitt des Grates hinter mir lassen und erreichte den obersten Teil des Gletschers. Im Vergleich zu den ausgesetzten Stellen des felsigen Berggrates war das hinunterrutschen über den Gletscher das reinste Vergnügen. Bald erreichten wir die Querung über die wir den Gletscher passiert hatten und gelangten zurück auf unseren ersten Gipfel des Tages. Ich wusste, dass es noch ein langer und anstrengender Weg zurück ins Tal sein würde, aber ich war glücklich über meine sichere Abfahrt von dem Gipfel, den vielleicht noch kein anderer Biker befahren hat.

Video und Fotos: Colin Stewart

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photos

Weil Colin Stewart nicht nur von bewegten Bildern eine Menge Ahnung hat, sondern auch immer wieder mit Photos zu beeindrucken weiß, möchte ich an dieser Stelle ein paar seiner Aufnahmen zu den Videos karwendel und saykogel nachreichen.

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sibirische kälte

Temperaturen im zweistelligen Minusbereich der Celsiusskala waren in den letzten Tagen und Wochen nicht nur in Ostösterreich alltäglich.

Den Tiefkühlbedingungen zum Trotz haben Andi und ich uns aufgemacht, ein im Sommer für gewöhnlich überranntes Ausflugsziel der Wiener und Niederösterreicher auf seine Radltauglichkeit zu testen.

Fazit: Entsprechende Bekleidung, Spikereifen und potente Lampen vorausgesetzt, geht einiges.

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saykogel

Nach einem Tag in den stickigen Messehallen der Eurobike suche ich am Folgetag stets nach Ausgleich am Radl. 2011 fand ich diesen auf einer Hochtour mit Colin und Fabi im hintersten Winkel des Ötztales…

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Liteville 601

… oder SEX NULL EINS, wie Liteville selbst schreibt. Und das, soweit ich das nach den ersten drei Ausfahrten beurteilen kann, zu Recht; das 601 ist in der Tat ein geiles Bike!

Ich habe mich für die Federwegsvariante mit 165mm am Heck entschieden; zum Einen, weil im technisch anspruchsvollen Gelände mehr Federweg nicht wirklich viel bringt und zum Anderen, weil mein 601 kein Ersatz sondern eine Ergänzung zum 901 darstellen soll. Neben Federweg habe ich beim 601 auch Gewicht eingespart; Eloxal statt Pulverbeschichtung zur Farbgebung und die leichte 2012er Marzocchi 55 RC3 Evo Ti leisten neben dem Rahmen selbst den größten Beitrag zur Gewichtsreduktion.

Ein technisch so ausgeklügeltes Bike könnte optisch ohne Weiteres auf Understatement setzen; muss es aber nicht :)

Das 601 als technisches Highlight wurde dank tf-bikes auch zu einem optischen Knaller.

Die irgendwo zwischen Blau, Cyan und Türkis angesiedelte Grundfarbe, die in Natura noch um Welten besser aussieht, wurde von Thomas in gewohnter Perfektion und Detailverliebtheit durch orange eloxierte Akzente meisterhaft ergänzt.

Genug der überschwänglichen Worte, Bilder sagen ohnehin mehr:

Ein paar Worte des Dankes muss ich doch noch loswerden:

Vielen herzlichen Dank an die vielen netten Leute bei Liteville und Syntace für die großzügige Unterstützung während der letzten Jahre!

Ganz besonders möchte ich mich auch bei Thomas von tf-bikes bedanken. Mit seinen innovativen Ideen holt er stets das Maximum aus jedem Bike. Ähnliche und auch ganz andere sehenswerte Farbkombinationen in Eloxal der Liteville-Bikes 301 und 601 sind demnächst bei ihm erhältlich. Bei Interesse wendet euch am besten gleich direkt an ihn: thomas@tf-bikes.at

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karwendel

Radfahren in den Sonnenuntergang gehört bestimmt zu den schönsten Erlebnissen auf Bike und Berg. Wenn das auch noch Ende November auf über 2.500m Seehöhe passiert sind traumhafte Kulisse und schönstes Fotolicht garantiert.

Colin Stewart war mit Foto- und Videoausrüstung dabei, aber seht selbst:

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platzangst 2012

Ein Video von Andi Altendorfer mit ein paar Highlights der nächstjährigen Platzangst Kollektion.

Mehr dazu demnächst unter: platzangst.com

und im Webshop unter: platzangst-shop.com

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chamonix – ein nachtrag

Viel zu lange bin ich die Frotsetzung meines Berichts vom sommerlichen Roadtrip mit Fabi schuldig geblieben. Jetzt möchte ich den arbeitsbedingten Bike-Entzug nutzen, um doch noch ein paar Zeilen und Bilder nachzureichen…

Als Fabi und ich in den Abendstunden Chamonix erreichen ist es trüb und regnerisch und der populäre Hausberg des 9.000 Einwohner Städtchens versteckt sich hinter dichten Wolken. Kein Problem für uns, haben wir doch unseren 3.000er für den heutigen Tag bereits erledigt. Wir hoffen einfach darauf, dass durch eine Westwetterlage das Wetter aus eben dieser Himmelsrichtung kommend auch wieder besser wird und wir uns durch die 150km Autofahrt einen Schlechtwettertag ersparen.

Und tatsächlich haben wir Glück. Als wir am nächsten Tag unsere kleine Pension verlassen und die Räder wieder startklar machen, blinzelt bereits die Sonne wieder durch die erheblich dünner gewordene Wolkendecke. Somit ist ganz klar, ein 3.000er muss bezwungen werden.

Die Wahl fällt auf einen 3.100m hohen Gipfel, von dem uns abermals fast 1.800 Höhenmeter trennen. Zunächst legen wir einige Längenmeter, aber kaum Höhenmeter zurück um den Talschluss zu erreichen. Das flache aber wurzelige und blockige Gelände verspricht Arbeit auf den letzten Metern der Abfahrt. Kaum haben wir den Talschluss erreicht, können wir uns über zu geringe Steigung nicht mehr beklagen. Diplomatisch ausgedrückt bewegen wir uns rasch an Höhe gewinnend über zunächst geröllige und später extrem blockige Pfade dem Gipfel entgegen. Zunehmend ist auch mit größter Phantasie kein Weg mehr zu erkennen und wir hüpfen nur noch von Felsblock zu Felsblock. Ob das bergab auch nur irgendwie fahrbar sein wird? Die Wanderkarte verspricht Besserung nach weiteren 150 Höhenmetern und lässt uns unseren Weg fortsetzen. Kaum haben wir die angesprochenen Höhenmeter überwunden, verwandelt sich das blockige Gelände in eine Mondlandschaft mit feinstem Schotter, welche die Vorfreude auf die Abfahrt abermals steigen lässt. Nach Überwindung einiger Schneefelder, die uns die Kaltfront der letzten Tage beschwert hat, stehen wir endlich am Gipfel.

Nach ausgiebiger Pause folgt endlich der spaßige Teil. Nach Überwindung der Schneefelder, die uns und unsere Bikes in teilweise unvorhergesehene Richtungen beschleunigen, surfen wir auf dem feinen Schotter des Gipfelaufbaus dem Talboden entgegen. Die Abfahrt macht uns so viel Freude, dass wir beinahe vergessen was auf den einfachen Gipfelaufbau folgt. Zunächst noch willkommene Abwechslung, erfordern die immer größer und gröber werdenden Felsblöcke zusehends mehr Konzentration und Kraftaufwand. Irgendwann haben wir wieder den Punkt erreicht, wo kein Weg mehr erkennbar ist. Fahren im klassischen Sinne geht eigentlich nicht mehr. Mit unvernünftig hohem Krafteinsatz und rücksichtslosem Umgang mit dem eigenen Bike können wir noch ein paar Meter herausholen, aber dann ist Schluss. Wir schultern die Bikes und legen rund 100 Höhenmeter in der gleichen, von Stein zu Stein hüpfenden Weise zurück wie vor wenigen Stunden bergan.

Nachdem wir das Blockfeld hinter uns gelassen haben geht es sehr anspruchsvoll weiter. Loser Untergrund, gespickt mit Felsblöcken bei denen man nie weiß, ob sie eine sichere Verzögerung ermöglichen oder gleich mit ins Tal fahren, erfordern unsere vollste Konzentration bis wir endlich den Talboden und mit ihm eine heiß ersehnte Berghütte erreichen. Durst – ich kaufe sofort 1,5 Liter Wasser und dazu noch eine Cola; Zucker soll meine letzten Kräfte mobilisieren.

Ein großes Stück Kuchen später nehmen wir die letzten Meter der Abfahrt in Angriff. Von den bergauf erkämpften Höhenmetern haben wir beinahe alle bereits vernichtet, allerdings ist der Weg zum Auto noch ganz schön weit. Der während des Aufstieges gewonnene Eindruck bestätigt sich; das wurzelige und blockige Gelände, gepaart mit kaum vorhandenem Gefälle verlangt uns nochmals alles ab. Nicht nachvollziehbare Motivationsschübe lassen uns auch aussichtslose Passagen unermüdlich probieren. Völlig erschöpft erreichen wir nach einer gefühlten Ewigkeit unser Auto.

Am nächsten und gleichzeitig letzten Tag unserer Reise geht sich auch nochmals eine 1.500hm Abfahrt aus. Allerdings sind wir faul, wir erkaufen uns den Aufstieg für €19,-.

Das Wissen um die nicht ganz fair zurückgelegten Höhenmeter schmälert unsere Freude über die schöne Aussicht am Gipfel nicht. Endlich erhaschen wir einige Blicke auf die Nordwestflanke des beeindruckenden Mont Blanc.

Durch die unsportliche Art des Aufstiegs blieben uns ausreichend Kräfte um die Abfahrt zu genießen – sollte man meinen. Schon beim Griff an den Lenker spüre ich die Anstrengungen der letzten Tage. Auf den ersten Metern der Abfahrt fahre ich völlig ferngesteuert uns so als hätte man mir eben erst die Stützräder abmontiert. Nach den ersten hundert Höhenmetern kommt das Gefühl für Rad und Berg aber langsam wieder und Fabi und ich genießen einen letzten großartigen Tag in Chamonix.

 

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osttirol

Eine Tour mit großartigem Panorama hat Andreas Altendorfer uns in der Granatspitzgruppe versprochen. Horst und ich lassen uns nicht lange bitten und reisen nach Osttirol.

Und wirklich, die von Andi initiierte Tour führt uns am Grat entlang über drei 3.000er Gipfel der Granatspitzgruppe und beeindruckt mit ständigem Blick auf den Venediger auf der einen und auf den Großglockner auf der anderen Seite.

Eigentlich eine perfekte Tour fürs Bergfahrrad, wäre da nicht diese Kletterstelle… aber seht selbst:

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zermatt

Zwei Nächte, knappe drei Tage und drei Dreitausender stehen auf dem Zeitplan den Fabi und ich uns für unseren Zermatt – Aufenthalt zurechtgelegt haben.

Zermatt an sich hat etwas sonderbares; in dem autofreien Ort im Wallis in welchem sich ein Hotelkomplex an den nächsten reiht und sich tausende Touristen, vornehmlich Japaner, täglich durch die engen Gassen zwischen den Hotels und teuren Einkaufsstätten zwängen, wird im nächsten Moment eine Ziegenherde durch die überfüllte Hauptstraße getrieben – Heidi-Romantik trifft auf Massentourismus. Die Popularität des Ortes am Fuße des Matterhorn sorgt für ein hohes Preisniveau in der ohnehin schon teuren Schweiz; die Tage in Zermatt wollen also gut genutzt werden…

Auch am Anreisetag wollen Fabi und ich deshalb unbedingt noch biken; erst im Abendlicht starten wir in eine geniale Abfahrt. Der Trail ist nicht schwer, lädt ein das Gas stehen zu lassen und zaubert schnell ein breites Grinsen in unsere Gesichter. Das traumhafte Licht der letzten Stunden des Tages lässt uns aber doch immer wieder anhalten und die atemberaubende Kulisse für ein paar Aufnahmen nutzen.

Für den zweiten Tag haben wir eine Königstour ins Auge gefasst. Eine Abfahrt deren Start- und Zielpunkt durch eine Höhendifferenz von 1.800 Metern getrennt sind, die jedoch zunächst auch bergauf bewältigt werden muss. Kaum haben wir die letzten Häuser am Rande des Ortes hinter uns gelassen, ist an ein Fahren nicht mehr zu denken, zu steil und verblockt ist der Weg der uns dem Gipfel entgegen führt. Die Räder werden geschoben oder geschultert und langsam aber stetig nähern wir uns dem höchsten Punkt unserer Tour. Immerhin, der Weg sieht zumindest bergab gut fahrbar aus und die hart erkämpften Höhenmeter sind nicht umsonst.

Wir queren ein Schneefeld und erreichen den Gipfelaufbau, der sich aus dieser Perspektive fast senkrecht vor uns aufbaut. Auch auf den letzten Höhenmetern kommen wir gut voran und stehen bald am Gipfel.

Die ersten Meter der Abfahrt sind zugleich auch die forderndsten; das Gestein aus Schiefern und Gneisen bietet allerdings unglaublich viel Grip, hat schnell unser vollstes Vertrauen und macht auch den steilen Gipfelaufbau komplett fahrbar.

Nachdem wir das Schneefeld erneut queren wird die Abfahrt einfacher, aber dafür umso spaßiger. Alle Mühen des Aufstieges sind schnell vergessen und wir genießen jeden einzelnen der 1.800 Höhenmeter die uns zurück ins Tal führen.

Im Laufe des dritten Tages soll das Wetter schlechter werden, wir erkaufen uns einige Höhenmeter, tragen noch ein paar Hundert Höhenmeter unsere Bikes bergauf und stehen im Nu wieder auf über 3.400m. Die Abfahrt steht jenen der Vortage um nichts nach, ob der drohenden Niederschläge bleibt die Kamera aber die meiste Zeit im Rucksack und gemeinsam mit den ersten Regentropfen kommen wir in den Ort zurück. Dort holen wir noch rasch unser Gepäck, ehe es weiter geht nach Chamonix…

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